Qualitätssicherung und Dokumentation in der Fertigung

Während des Bestell- und Fertigungsprozesses gibt es eine hohe Anzahl an Prüfungen und Dokumentationen, um Qualitätsstandards und Transparenz sicherzustellen. Da es bei der Vielzahl an Dokumentationen schnell mal unübersichtlich werden kann, geben wir Ihnen hiermit eine Übersicht zu den verfügbaren Dokumenten, die wir Ihnen teils verpflichtend, teils bei Bedarf ausstellen können.

Welche Grundsätze der Qualitätsdokumentation gibt es?

Um die Qualität der Fertigungsteile zu gewährleisten, werden die Anforderungen mit geeigneten Prüfungsmethoden und verständlicher Dokumentation nachgewiesen. Die Dokumentation begleitet dabei den gesamten Produktionsprozess und umfasst Angaben aus den technischen Zeichnungen, Spezifikationen und Bestellung, sowie branchenüblichen und verpflichtenden Vorgaben wie ISO-Zertifizierungen und ISO-Normen.

Was wir unter Qualitätsdokumentation verstehen

  • Eindeutige Zuordnung: Dokumente beziehen sich eindeutig auf Bestellung/Position/Los.

  • Transparenter Prüfumfang: Es ist nachvollziehbar, welche Merkmale geprüft wurden (und in welchem Umfang).

  • Nachweisführung: Messergebnisse, Werkstoffnachweise und Konformitätsbestätigungen sind strukturiert dokumentiert.

  • Dokumentenlenkung: Erstellung, Prüfung, Freigabe und Archivierung erfolgen kontrolliert und nachvollziehbar (Version/Datum), teils auch automatisiert durch unsere digitale Fertigungsplattform.

Dokumentenarten im Überblick

Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung. Details zu einzelnen Dokumenten finden Sie in den nächsten Abschnitten.

Was sind EN 10204 Werkstoffzeugnisse?

Werkstoffzeugnisse nach EN 10204 unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten:

- ob Prüfungen nichtspezifisch (z. B. „typische Werte“) oder spezifisch (zur tatsächlichen Lieferung/Charge) sind

- wer das Dokument bestätigt (Hersteller-intern bzw. zusätzlich unabhängige Abnahme)

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Prüfberichte & Messprotokolle

Maßprüfbericht & Messprotokoll

Was steht in einem Maßprüfprotokoll?

  • Merkmalliste (Zeichnungsmerkmale, ggf. nummeriert)

  • Soll-/Ist-Werte, Toleranzen, Ergebnis (i. O. / n. i. O.)

  • Prüfumfang (z. B. n=5 Stichprobe, 100% für kritische Merkmale)

  • Messmittel (optional), Datum, Zuordnung zum Los/Teilenummer

Wann lohnt es sich, ein solches Protokoll anzufordern?

Es lohnt sich vor allem für:

  • kritische Pass-/Dichtflächen

  • Funktionsmaße

  • enge Toleranzen, Form-/Lageanforderungen

  • Erstteile/Revisionen

 

Funktions-/Endprüfungsbericht

Was steht in einem Funktions-/Endprüfungsbericht?

  • Prüfschritte und Akzeptanzkriterien (Grenzwerte)

  • Messergebnis/Status je Prüfschritt

  • Seriennummer/LOT (falls relevant)

  • Prüfdatum und Freigabevermerk

Wann lohnt es sich, einen solchen Bericht anzufordern?

Es lohnt sich vor allem für:

  • Dichtheits-/Leckrate

  • Drehmoment-/Kraftwerte

  • Durchfluss-/Druckprüfung

  • elektrische Prüfung (falls relevant)

 

Sonderprüfungen

Welche zusätzlichen Prüfungen können durchgeführt werden?

Je nach Produkt können zusätzliche Prüfberichte erstellt werden, z. B.:

  • Härteprüfung

  • Rauheit / Oberflächenkennwerte

  • Schichtdicke / Beschichtungsnachweise

  • zerstörungsfreie Prüfung (NDT), wenn vereinbart, umfasst z.B. Visuelle Prüfung (VT), Ultraschallprüfung (UT), Wirbelstromprüfung (ET), Magnetpulverprüfung (MT), Eindringprüfung (PT) oder auch Durchstrahlungsprüfung (RT)

 

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Welche Prüfungen umfassen die Erstmuster und Erstartikel?

Wenn ein Bauteil neu ist, eine Revision erhält oder ein Produkt in den Serienanlauf übergeht, reicht eine „normale“ Endprüfung oft nicht aus. In solchen Fällen wird eine Erstmusterprüfung (auch Erstbemusterung) durchgeführt. Dabei werden Erstmuster hergestellt – also Teile, die erstmals unter realistischen Serienbedingungen gefertigt werden.

Damit ist nicht nur das Bauteil gemeint, sondern ein repräsentativer Produktionslauf, der den späteren Serienstand abbildet. Zur Erstbemusterung gehört daher typischerweise auch die Betrachtung von Produktionsprozess und Produkt: Es wird geprüft, ob das Teil und die Prozessbedingungen zuverlässig die spezifizierten Anforderungen erfüllen.

 

Was genau ist ein "Erstmuster"?

Ein Erstmuster stammt aus einer ersten Produktionscharge unter Serienbedingungen. Für die Bemusterung wird daraus eine vorab mit dem Kunden vereinbarte Anzahl freigegeben.

Ein repräsentativer Serienlauf zeichnet sich dabei u. a. dadurch aus, dass:

  • am finalen Produktionsort gefertigt wird,

  • über ein realistisches Zeitintervall (z. B. Stunde/Schicht),

  • in einer vordefinierten Menge des Auftraggebers,

  • und vollständig unter Serienbedingungen (nicht „Labor-/Prototypenmodus“).

Damit der Nachweis belastbar ist, sollen im Serienstand insbesondere diese Faktoren dem späteren Betrieb entsprechen:
Materialien, Werkzeuge, Fertigungs- und Prüfmittel, Prozesseigenschaften (z. B. Taktzeit/Temperatur/Geschwindigkeit), Personal und Umgebung.

Was ist das Ziel einer Erstmusterprüfung?

Die Erstmusterprüfung ist die Ausgangsbasis für Serienfreigabe und weitere Produktion:

Sie soll Produktionsfehler von Beginn an vermeiden und überprüft, ob Vereinbarungen zwischen Kunde und Lieferant (z. B. Zeichnung/Spezifikation) eingehalten werden.

Typische Prüfanteile sind – abhängig von Produkt und Risiko – z. B.:

  • Passgenauigkeit / Maßhaltigkeit,

  • mechanische Belastbarkeit,

  • Temperatur- bzw. Umweltbeständigkeit,

  • Funktionstests (z. B. Dichtheit, Kraft-/Drehmomentwerte, etc.).

 

Was ist der Erstmusterprüfbericht (EMPB)?

Alle relevanten Informationen werden im Erstmusterprüfbericht (EMPB) dokumentiert – er ist im Bemusterungsprozess gängige Praxis und dient als Grundlage für Abstimmung und Freigabe.

Typische Inhalte eines EMPB (praxisorientiert zusammengefasst):

  • Produktbeschreibung (z. B. Abmessungen, Materialien, Funktionen) und Anforderungsbezug (Zeichnung/Specs)

  • Prüfergebnisse: Messungen und Tests mit Vergleich gegen Anforderungen

  • Prüfmethoden: eingesetzte Methoden, Werkzeuge/Geräte, Randbedingungen

  • Zusammenfassung & Bewertung: Abweichungen, Gesamtbewertung, ggf. Empfehlungen/Korrekturmaßnahmen

  • Soll-/Ist-Logik: Soll- und Ist-Werte werden dokumentiert; die späteren Ist-Werte werden gegen die im EMPB hinterlegte Erwartung geprüft

 

Wann ist eine (Folge-)Bemusterung erneut erforderlich?

Eine neue Bemusterung kann erforderlich werden, wenn sich Produkt oder Produktionsverfahren ändern oder es relevante Änderungen am Ablauf gab. In solchen Fällen ist häufig eine erneute Abnahme durch den Kunden nötig.

Grundsätzlich wird immer versucht, erst dann die Erstbemusterung durchzuführen, wenn bereits alle finalen Details festgelegt sind, um eine solche Folgebemusterung zu vermeiden, da sie zusätzliche Ressourcen bindet. Wie aufwendig die Folgebemusterung wird, ist natürlich von dem Umfang der Änderungen abhängig. 

 

Praktische Umsetzung in einem Projekt 

Üblicherweise wird während der Projektabsprache z.B. durch QS-Vereinbarungen festgelegt, in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt die Erstmusterprüfung stattfindet. Dabei ist es hilfreich, wenn bei der Definition des Projekt insbesondere für formale Vorgaben (z.B. in der Automobilbranche oder Aero) bereits benötigte Standards, Prüfumfang und Vorlagen festgelegt werden.

Checkliste: Was wird für die erfolgreiche Dokumentenlenkung und Übermittlung benötigt?

assemblean kümmert sich um eine reibungslose Dokumentenlenkung und Übermittlung der Dokumente, sowohl digital als auch in Papierform. Damit die Dokumente erfolgreich erstellt werden können und Rückverfolgbarkeit gesichert ist, ist die Übermittlung folgender Daten in der Projektabsprache essenziell:

Zeichnungsnummer und Revision

Spezifikation & Normen

Umfang gewünschter Dokumente

Prüfumfang: Stichprobe oder 100%

Sprache & Format

 

Anforderungen an Rückverfolgbarkeit (Lieferkettengesetz)

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