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Make or Buy: Was ist besser für Sie?

Make or Buy: Was ist besser für Sie?

Bei der Planung Ihrer Produktion wird sich Ihnen früher oder später die Frage stellen – Make or Buy? Sollten Sie eine Leistung oder ein Produkt selbst herstellen oder von einem externen Anbieter beziehen? Damit Sie diese Frage beantworten können, gibt es einige wichtige Faktoren zu berücksichtigen.

1. Zeit

Eine schnelle Beschaffung ist ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung zwischen Eigenfertigung oder Fremdbezug. Die Eigenfertigung kann schneller sein, falls Genehmigungsverfahren oder lange Liefer- und Transportzeiten auftreten. Allerdings ist der Kauf eines fertigen Produkts meistens schneller möglich. 

2. Kosten

Mit einer der wichtigsten Punkte überhaupt sind die Kosten. Dabei sollten Sie Einkaufskosten, sowie periodische und indirekte Kosten berücksichtigen. Zu welchem Preis wäre eine eigene Umsetzung möglich? Was würde es Sie kosten, Ihr Team mit dem nötigen Wissen auszustatten? Berücksichtigen Sie hierbei auch langfristige Kosten. Außerdem sollten Sie Ihre Liquidität vorher prüfen. Vor allem wenn Sie von der Fremd- in die Eigenproduktion wechseln wollen. So eine Umstrukturierung ist meistens mit hohen Startkosten verbunden. 

3. Ressourcen

Untersuchen Sie, ob eine Umsetzung in Ihrem eigenen Unternehmen möglich ist oder Ressourcenknappheit besteht. Ermitteln Sie dafür die aktuellen personalen und technischen Ressourcen. Haben Sie ausreichend Kapazitäten und das benötigte Knowhow? Falls Sie sich für den Fremdbezug entscheiden, ermitteln Sie, ob Sie genug Kapazitäten für die Instandhaltung, Weiterentwicklung und Wartung des eingekauften Produkts haben? Oder kann auch dies ein externer Dienstleister übernehmen?

4. Risiken

Der Kauf eines Produkts oder einer Leistung als auch die Eigenentwicklung weisen eigene Risiken auf. Da Sie mit den Strukturen in Ihrem eigenen Unternehmen am besten vertraut sind, lassen sich die Risiken bei der Eigenentwicklung meistens einfacher abschätzen. Allerdings besteht das Risiko, das die eigene Fertigung scheitert aufgrund von Kosten oder fehlender Ressourcen. Wenn Sie mit einem externen Dienstleister zusammenarbeiten, könnte zum Beispiel das Risiko bestehen, dass ein Lieferant ausfällt. Jedoch gibt es auch Dienstleister, die in solchen Fällen auch alternative Lieferanten anbieten, damit Ihre Produkte rechtzeitig ankommen.

5. Qualität

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Qualität. Definieren Sie Ihren Qualitätsanspruch indem sie einen priorisierten und detaillierten Anforderungskatalog erstellen. Kann ein externer Dienstleister diesem eher gerecht werden? Vergleichen Sie gekauftes und selbst entwickeltes Produkt dahingehend, wie sie Ihre Anforderungen erfüllen.  

Operativer und strategischer Make or Buy

Bei der Analyse kann die Abgrenzung zwischen operativem oder strategischem Make-or-Buy hilfreich sein.

Die operative Make-or-Buy Analyse berücksichtigt schnelle Kostenvorteile. Diese Entscheidung tritt auf, wenn ein Engpass von Ressourcen besteht. Dann besteht die Frage, was mehr kosten würde: der Einkauf der Leistung oder der Produkte bei einem anderen Anbieter oder der Verzicht auf Umsatz, wenn diese nicht gekauft werden.

Die strategische Make-or-Buy Analyse berücksichtigt dauerhafte Wettbewerbsvorteile. Die Auslagerung von Prozessen kann tiefgehende Umstrukturierungen mit sich bringen. Auf der einen Seite kann die Auslagerung an ein anderes Unternehmen die Kompetenzen Ihres Teams beeinflussen. Andererseits kann sich Ihr Team auf das Kerngeschäft konzentrieren.

Generell empfiehlt es sich für die Make or Buy Entscheidung einen standardisierten Unternehmensprozess zu definieren. Damit werden die wichtigsten Kriterien definiert und die Entscheidung kann im Interesse Ihres Unternehmens getroffen werden.